Lothar Matthäus bezeichnet in seiner Kolumne den Kantersieg gegen Hoffenheim als Machtdemonstration des FC Bayern. An der VAR-Diskussion will sich der Sky Sport Experte nicht beteiligen.
Unterföhring, 10.02.2026
Während Matthäus sich im Fall von Dayot Upamecano über die immer noch ausstehende Vertragsverlängerung wundert, kann der Experte das Zögern von Nico Schlotterbeck nachvollziehen.
Das 5:1 des FC Bayern gegen die TSG Hoffenheim war eine Machtdemonstration. Es war so, wie ich es aus meiner aktiven Zeit kenne: Wenn die Bayern ein bisschen gekitzelt werden, sind sie da, dann zeigen sie ihre Stärke, auch wenn am Sonntag einige Dinge zusammengekommen sind.
Für den neutralen Zuschauer war es schade, dass die Hoffenheimer so lange in Unterzahl spielen mussten. Man muss die Rote Karte gegen Akpoguma nicht geben, aber man kann.
Wir werden die Diskussionen weiterhin haben
Foul oder nicht, Abseits oder nicht, Handspiel oder nicht? Wie weit ist der Arm angewinkelt? Oft kommt es auf die Perspektive, auf Nuancen an. Am Ende muss man die Entscheidungen der Schiedsrichter trotzdem akzeptieren.
Ich hoffe, dass wir uns immer weiter verbessern. Die Diskussionen gibt es auch in anderen Ländern und wir werden sie weiterhin haben. Wir werden weiter über viele Dinge reden, und das jede Woche.
Dann melden sich noch ehemalige Schiedsrichter, die in der Vergangenheit vielleicht die gleichen Fehler begangen haben. Das dient nicht dem Fußball. Auch wir als Experten haben vom Fußball profitiert. Jetzt nur den Finger in die Wunde zu legen, das mache ich nicht.
Bei Messi hat mit 17 auch nicht alles funktioniert
Lennart Karls kleiner "Dribbel-Fail" ging viral. Der Junge ist 17 Jahre alt, er liebt das Fußballspielen und lässt auch mal die Gegenspieler schlecht aussehen. Manchmal ist es ein Trick zu viel, aber trotzdem wollen wir doch alle solche Sachen sehen.
Wir sind froh, wenn einer zaubert und die Tricks der Superstars nachmachen will. Bei Messi hat mit 17 auch nicht alles funktioniert. Lasst die Jungs uns unterhalten, auch wenn man sich als Gegenspieler manchmal ein bisschen veräppelt fühlt.
Bei Upamecano würde ich einen Punkt machen
Dayot Upamecano hat dem FC Bayern signalisiert, dass er in München bleibt. Der Verein hat sein Ziel erreicht, aber die Frage ist: Warum hat er noch nicht unterschrieben?
Wenn man sich in eine Frau verliebt, lässt man sie auch nicht ein Jahr lang stehen, sondern man geht aufeinander zu. Bayern hat ihm ein super Angebot vorgelegt und entweder er bleibt oder nicht.
Ich gehe davon aus, dass er bleibt, aber solange noch nichts unterschrieben ist, kann immer noch etwas passieren. Speziell wenn der Spieler Berater hat, die vielleicht noch andere Möglichkeiten im Hinterkopf hatten - oder vielleicht noch haben.
Wenn sich Verein und Spieler einig sind, veranlasst sie eigentlich nichts, die Entscheidung hinauszuzögern. Auch medial würde ich als Verein einen Punkt machen und sagen: Jetzt ist es klar, er bleibt bei uns.
Darum zögert Nico Schlotterbeck
Auch in Dortmund wartet man noch auf eine Unterschrift, aber Nico Schlotterbeck zögert.
Ich versetze mich in die Lage des Spielers: Nico ist anerkannt und Führungsspieler, aber wenn du vielleicht die Chance hast, zu Real Madrid oder einem anderen großen europäischen Verein zu wechseln, dann wirst du dir diese Tür nicht einfach so zuhauen.
Dennoch will und kann der BVB nicht bis zum Ende der Saison warten. Der Klub braucht Planungssicherheit und ich gehe davon aus, dass man sich intern einen Rahmen abgesteckt hat, bis wann sich Nico entscheiden muss. Er will sich seine Möglichkeiten weiter offenhalten, aber ganz sicher nicht bis zum Saisonschluss.
Auch wenn er sich noch nicht entschieden hat, spielt er deswegen nicht schlechter oder besser. Einen Nmecha, Can oder Bellingham stört es nicht, ob Schlotterbeck heute unterschreibt oder in drei Wochen. So ist das Geschäft.
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